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EXULANTEN - DIE GESCHICHTE DER FAMILIE
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UNSERE ALTE HEIMAT
Historisch erwiesen ist, dass bis in
die Mitte des 17. Jahrhunderts unsere Vorfahren in Niederösterreich siedelten. Damals sprach man auch vom “Land unter der Enns”. Die Enns ist ein 254 Kilometer langer, südlicher Nebenfluss der Donau. Sie entspringt
unterhalb von Salzburg in den “Radstädter Tauern” und mündet nahe der Stadt Linz in die Donau. Sie bildet so eine natürliche Grenze zwischen Nieder- und Oberösterreich. Daher stammen auch die seinerzeit üblichen Bezeichnungen
“Österreich ob der Enns” und “Österreich unter der Enns”, bzw. dem Landl ob und unter der Enns.
Aber warum verliess David Pfendtner mit seiner Familie das 1630 erworbene Gut in Pehendorf? Wie schon eingangs erwähnt,
wurde Österreich, aber auch seine Nachbarländer, von grossen religiösen Unruhen im Anschluss an den 30-jährigen Krieg (1618-48) erschüttert. Der Vorname unseres Vorfahren, nämlich “David” läßt bereits auf eine evangelische
Taufe schliessen, denn damals gaben die ersten Protestanten ihren Kindern gerne alt-testamentarische Vornamen. Jedenfalls müssen die damaligen religiösen Wirren und katholischen Zwangsbekehrungen David Pfänder in den Jahren
danach auch zur Flucht aus Niederösterreich bewogen haben. In den Jahren davor und danach verliessen nicht unter 100.000 seiner Landsleute ihre Heimat. Dies geschah aus folgenden Gründen:
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So wie diese Salzburger Exulanten musste unsere Familie das Land Österreich verlassen.
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INS EXIL GETRIEBEN
Als Folge der Reformationsbewegung Martin Luthers, fand seit 1520 auch der Protestantismus rasche Verbreitung in Österreich. Dieser wurde besonders durch den Adel gefördert.
Die Reformation stellte jedoch die alten autoritären Gefüge in Frage und spaltete so die Gesellschaft. Österreich drohte an innerer Stabilität zu verlieren. Nach den Wirren des Dreissigjährigen Krieges wurde erst zaghaft, ab
1652 umso heftiger das Land rekatholisiert. Tausende von Untertanen, die ihrem evangelischen Glauben nicht
abschwören wollten, mussten das Land verlassen. Diese Glaubensflüchtlinge nennt und nannte man “Exulanten”. Dieses Wort ist von dem lateinischen Ausdruck Exul Christi, vertrieben um Christi Willen, abgeleitet. Unter den Vertriebenen Exulanten befanden sich nun auch der Schneider David Pfänder (1595-1672) und seine Familie, die um 1650 das “Land unter der Enns” wegen
Ihres protestantischen Glaubens verliessen und hunderte Kilometer weiter nördlich ins Gebiet der Freien Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber übersiedelten, wo sie nichts mehr zu befürchten hatten
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NEUE HEIMAT IN MITTELFRANKEN
Irgendwann vor 1652 liess
sich die Exulantenfamilie Pfänder im fränkischen Dorf Unter-Wörnitz nieder, einem kleinen Ort unweit von Rothenburg ob der Tauber gelegen. Dort werden als Zuwanderer erwähnt: Die bereits verheirateten Söhne Johann und Martin,
deren Ehefrauen und ihr jüngerer Bruder Michael Pfänder. Begleitet wurden Sie von ihrem fast 60-jährigen Vater David und wahrscheinlich auch von ihrer Mutter Regina. Von David und Regina Pfänders Kindern hatten alle 3 Söhne
Vaters Schneiderhandwerk erlernt. Die Besiedlung der Umgebung von Wörnitz lässt erkennen, dass sich David Pfänders männliche Nachkommen mit Ihren Frauen in den benachbarten Dörfern langsam niederliessen. So fand sich in vielen
Orten der südlichen “Rothenburger Landhege” ein Pfänder als Schneidermeister.
Über das kleine mittelfränkische Dorf Erzberg siedelten die nachfolgenden Generationen später in das nahe Hausen am Bach über, wo ab dem
Beginn des 18. Jahrhunderts unser Ahnen lebten. Alle Männer waren ebenfalls Schneidermeister. Wörnitz bzw. Hausen am Bach, liegen in etwa zwischen den Städten Heidelberg und Nürnberg im südlichen Teil Deutschlands. Durch die
Politik Kaiser Napoleons, der die deutsche Kleinstaaterei beendete, wurde im Jahre 1805 die Freie Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber dem Land Bayern zugeschlagen. Wörnitz und Erzberg wurden ebenfalls Bayern, das benachbarte
Dorf Hausen am Bach, dem Land Württemberg zugeordnet.
Von hier aus verteilten sich die Nachfahren der österreichischen Pfänder vor allem nach Württemberg, aber auch ins Ausland.
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Obige Karte zeigt Orte an denen Geburten, Taufen, Hochzeiten, Todesfälle oder Begräbnisse in den Kirchenbüchern registriert wurden. Sie sind nicht
unbedingt Wohnorte gewesen.
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Wenn die Statistik stimmt, leben heute nur etwa 2.300 Menschen mit dem Nachnamen Pfänder/Pfaender in Deutschland. Davon auffallend viele im heutigen Land
Baden-Württemberg. Einige residieren auch ausserhalb Europas, überwiegend Auswanderer in die Vereinigten Staaten von Amerika. Es gibt uns aber auch in Brasilien, Frankreich, Namibia und Australien.
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