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Im Laufe weiterer Nachforschungen ergab sich, dass unsere Ahnen zwar aus Österreich stammten, aber nicht mehr nachweislich aus der Bodensee- Region. Sehr
wahrscheinlich war im Bewusstsein unserer jüngeren Vorfahren die österreichische Heimat zwar erhalten geblieben, aber man vergass über die Jahrhunderte die genaue Herkunftsgegend und den Grund für die Abwanderung nach
Deutschland.
Durch die über die Jahrhunderte zu findenden unterschiedlichen Schreibweisen (u.a. Pfaender, Pfender, Pfändter, Pfändtner) kann es durchaus sein, dass andere Namensvetter (und vielleicht auch der Berg am
Bodensee) teilweise nur durch Zufall heutzutage namensgleich sind.
Die Herkunft unseres Nachnamens
Der Familienname Pfänder selbst entstand ursprünglich im 13. Jahrhundert aus dem Beruf des “Pfänder”. Dieser war ein obrigkeitlicher Beamter, der durch Gerichtsdiener von den
Schuldnern Pfand einziehen liess. So finden sich z.B. schon im Jahre 1356 im Bürgerbuch der Stadt Lahr (Baden) genaue Hinweise, warum die Behörden Pfand einziehen liessen: Die Festsetzung und der Einzug von Pfand war notwendig
als Handhabe gegen Bürger die Ihren Pflichten (etwa in Bau und Unterhalt der Stadtmauer oder Bereitstellung ihrer Bewaffnung) allzu säumig nachkamen. Der Beruf des Pfänders hatte aber teilweise auch weitere Aufgaben, z.B. die
Überwachung von städtischer oder dörflicher Ordnung. In der Reichsstadt Nürnberg war der Pfänder seit 1498 ein im sogenannten Rugamt tätiger Beamter, der für die Handwerksaufsicht zuständig war. Das erste Wappen dieser Pfänder
zeigt daher auch die Göttin Justitia, die Waage und Schwert in der Hand führt. Erwähnt wird der Beruf des Pfänders bereits im Jahre 1248. Das diese Art sein Geld zu verdienen nicht immer ungefährlich war, zeigt folgende
Verordnung aus Bayern, anno 1294:
“Swer dem Pfenter oder die mit im reitent misshandelt an dem leib, der hat vnserr hulde niht.” (Die körperliche Misshandlung des Pfänder oder seiner Begleiter wird von uns nicht
geduldet).
Unser Nachname kann aber auch anderen Ursprungs sein (wie z.B. aus Österreich):
Pfandl: Berufsname für Personen, die mit Pfannen (z.B. beim Salzsieden) zu tun haben. Pfandl ist die Verkleinerungsform für Pfanne. Siehe dazu auch die Pfanne im Wappen der Augsburger-Pfänder.
DIE PFÄNDER-LINIEN UND PFÄNDER-WAPPEN
Nach meinen derzeitigen
Forschungen habe ich sechs (mit grosser Wahrscheinlichkeit voneinander unabhängige) Linien mit dem Namen “Pfänder” oder “Pfender”gefunden:
1) Die “Beurener”, erfasst seit 1530 aus Beuren bei Nürtingen, Württemberg.
2) Die “Österreicher”, unsere Linie, Geburt des ältesten Ahnen im Jahre 1595. Herkunft: Niederösterreich. 3) Die “Hanauer” aus Hessen, um 1570. Die Nachkommen tauchen auch im Elsass auf. 4) Die “Schlesier”, deren Existenz gesichert ist, aber mir sonst keine weiteren Informationen vorliegen. 5) Die “Augsburger”, ursprünglich aus dem Berner Land in der Schweiz (dort schon im 15. Jahrhundert erwähnt). Seit
ca. 1670/80 in Deutschland ansässig 6) Die “Allgäuer”, die ab 1427 in Isny, Allgäu, erscheinen.
7) Die “Heilbronner”, die ab 1600 in Heilbronn auftauchen. Auswanderung u.a.
um 1850 nach New Ulm, Minnesota, USA. Nachfahren leben noch heute in den USA.
Von links nach rechts: Die “Österreicher”, die “Beurener”, die “Allgäuer”, die “Augsburger” und die “Hanauer”.
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